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Zombies in Uniform
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Vorher ! ...
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Am Dienstag fanden sich ca. 30 Leute in der Feuerwache ein. Thema der Veranstaltung war die
Militarisierung der Gesellschaft. Zwei Gelöbnisverweigerer berichteten über ihren
antimilitaristischen Kampf in der Bundeswehr. Gelöbnisverweigerer sind, wie der Name schon
andeutet, Soldaten, die ihren Grundwehrdienst zwar ableisten, aber das Gelöbnis auf die
großdeutsch-imperialistische Fahne verweigern, diesem Staat also die Gefolgschaft
verweigern und ihre in der Bundeswehr erworbenen Kenntnisse für den Tag der Rache aufsparen.
(Zitat!!!)
Gelöbnisverweigerung ist grundsätzlich ein juristisch geahndetes Delikt, da
Großdeutschland, aber auch schon früher die BRD, genauso wie jeder andere Staat natürlich
keinerlei Interesse daran hat, Staatsfeinde an der Waffe auszubilden. Unsere Genossen
arbeiteten größtenteils isoliert innerhalb der Kasernen: Sie verteilten "draußen"
geschriebene Aufklärungsflugblätter über die Bundeswehr und aktuelle Kriege, informierten
die anderen Wehrdienstleistenden über die faschistische Tradition, die Aufgaben und Ziele
der Bundeswehr, versuchten sich selbst und andere vor Übergriffen von Faschisten zu schützen
(davon gibt es naturgemäß nicht zu knapp in deutschen Kasernen). Interessant waren und sind
die Berichte über den sogenannten "politischen Unterricht" und die ideologische
Grundausbildung: Menschen heißen Weichziele und haben möglichst lange einsatzfähig zu
bleiben, bei Nuklearbombenabwurf wird ernsthaft geraten, sich hinter Zäune oder in
Erdkuhlen zu legen, beim Klettern auf Bäume wird geraten, an der Spitze damit aufzuhören
und bei einer Wassertiefe von 1,50 m selbständig mit Schwimbewegungen zu beginnen, etc.
Wenn General a.D. Kießling sagt "Die Wehrmacht gehört zur Tradition der
Bundeswehr", zeigt sich auf allen Ebenen, daß er damit recht hat. Es ist nicht die
Frage, wieviele bekennende Faschisten es in der Bundeswehr gibt, sondern ob überhaupt noch
Demokraten oder gar Antifaschisten dort zu finden sind. Schließlich wurde die Bundeswehr
durch die alten Generäle der faschistischen Wehrmacht aufgebaut. 1954 sah die Welt wieder
Deutsche in Uniformen, und es waren größtenteils die selben Personen, die die Welt bis zum
8. Mai 1945 in Brand gesteckt hatten. Heute dringt der Militarismus in alle Bereiche der
Gesellschaft vor. Der Konsens, vor Schultoren halt zu machen, gilt für antifaschistische
Flugblätter, jedoch nicht für die Bundeswehr. Mit einem kürzlich geschlossenen
Rahmenabkommen zwischen der deutschen Wirtschaft und dem Kriegsministerium stehen auch die
Betriebe der Infiltration durch Landser-Public-Relation offen. Einzelne Bereiche der
Bundeswehr-Logistik (Transport, Kommunikation, Gerätewartung...) sollen aus Kostengründen
ausgegliedert und privaten Unternehmen übergeben werden. In diesen Bereich gehört auch die
Verknüpfung der 56 Reservelazarette mit zivilen Krankenhäusern, wodurch 56.000 neue
Lazarettbetten für den Ernstfall geschaffen werden.
Teil dieser Umstrukturierung ist auch,
daß Scharping von Reduzierung der Ausgaben für die Bundeswehr schwafeln kann, ohne daß
bekannt werden muß, daß parallel zur Verkürzung der Wehrzeit (wodurch natürlich ein viel
größerer Teil der Bevölkerung in kürzerer Zeit kriegstauglich gemacht wird: kürzere
Wehrzeit, schnellerer Personalwechsel, mehr Leute in kürzerer Zeit - logisch!) eine
Aufstockung und Ausweitung der sogenannten Krisenreaktionskräfte stattfindet. Diese rein
nationale, in kein Militärbündnis eingebundene schnelle Eingreiftruppe hat den einzigen
Sinn, deutsche Interessen in der Welt zu vertreten, ohne sich auch die kleinsten
Imperialismen in einem unvermeidbaren Konkurrenzverhältnis befinden (sehr schön ausgeführt
von Wladimir Iljitsch in dem Heftchen "Der Imperialismus als höchstes Stadium des
Kapitalismus"; erhältlich im Infoladen!!!). Deshalb halten wir auch die Forderung nach
"Bundeswehr raus aus der NATO" in diesem Lande für brandgefährlich, da die NATO
nebst Bombardierungen und Kriegseinsätzen gegen souveräne Staaten laut ihren
Gründungsdokumenten auch noch eine andere Aufgabe hat: "To keep the Russians out, the
Americans in and the Germans down." (Die Russen draußen halten, die Amerikaner drinnen
halten und die Deutschen am Boden halten.) So wenig sie auch diese in der Dreierformel
genannten Aufgaben - vor allem die letzte davon - wahrnimmt, ist die NATO als Bündnis
verschiedener Imperialismen noch auf einen gewissen Konsens aller Mitglieder angewiesen,
der keine eigenmächtigen deutschen Sonderwege oder kriegerische Handlungen untereinander
erlaubt.
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... Nachher!
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