R.O.T.K.Ä.P.C.H.E.N. Sonntag, den 23. 7. 2000



Pressemitteilung:

Am Samstag, den 22. Juli 2000 begann das 12. Antifa-Workcamp Weimar/Buchenwald.

Verschiedenste antifaschistische Zusammenhänge aus dem europäischen Ausland und dem gesamten Bundesgebiet haben bei der Vorbereitung keine Mühen gescheut, um diese mittlerweile 11jährige antifaschistische Tradition weiter zu führen.

In Kooperation mit der Gedenkstättenleitung und der Stadt Weimar ist geplant, das 1999 freigelegte Teilstück der Bahnstrecke Weimar-Buchenwald zu sichern und im Steinbruch weitere Zeugnisse des faschistischen Terrors sichtbar zu machen. Außerdem sollen im sogenannten "Pferdestall", in dem 8000 sowjetische Kriegsgefangene mittels einer Genickschußanlage ermordet wurden, die 1996 begonnenen Arbeiten an der Außenmauer fortgeführt werden. Erstmals werden Fundamente des damaligen Rüstungsbetriebes "Gustloff-Werke" lokalisiert und von Wildwuchs beräumt.

Diese Arbeitsprojekte sind vom Vorbereitungskreis des Antifa-Workcamps nicht zufällig ausgewählt. Bei dem Projekt "Gustloff-Werke" werden sich die TeilnehmerInnen sowohl mit der faschistischen Politik der "Vernichtung durch Arbeit" als auch mit dem Widerstand der Häftlinge und den Sabotageaktionen gegen die Aufrüstung beschäftigen.

Das Antifa-Workcamp ist im Jahr 2000 wieder mit verschiedenen Veranstaltungen und Ausstellungen im öffentlichen Raum Weimars präsent.

So kann im Jugendzentrum mon ami (Goetheplatz 11) am 26. Juli 20.00 Uhr der Lesung "Nun lebt wohl und werdet Kämpfer" mit Hanne Hiob verfolgt werden. Natürlich finden auf dem eigentlichen Campgelände täglich mehrere Referate und Diskussionsrunden statt, der detaillierte Veranstaltungsplan kann erfragt werden.

Ausstellungen zu Jugend-Konzentrationslagern u. politischem Widerstand (Alte Feuerwache Kromsdorf), der Geschichte des Antifa-Workcamps (Leseladen Weimar; Graben 41) und einer Jugendbildungsfahrt ins faschistische Vernichtungslager Auschwitz (mon ami; Goethe platz 11) runden das Rahmenprogramm ab.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist die Archivrecherche. Eine eigens dafür gebildete Arbeitsgruppe arbeitet in diesem Kontext zu den Thememkomplexen "KZ-Bordell" und "Zwangsarbeit und Häftlingsausbeutung in den Gustloff-Werken".

Selbst die Kreativen wurden nicht vergessen, mittels Foto- und Siebdruckprojekt können sie sich gestalterisch austoben.