Pressemitteilung:
Am Samstag, den 22. Juli 2000 begann das 12. Antifa-Workcamp Weimar/Buchenwald.
Verschiedenste antifaschistische Zusammenhänge aus dem europäischen Ausland und
dem gesamten Bundesgebiet haben bei der Vorbereitung keine Mühen gescheut, um diese
mittlerweile 11jährige antifaschistische Tradition weiter zu führen.
In Kooperation mit der Gedenkstättenleitung und der Stadt Weimar ist geplant, das 1999
freigelegte Teilstück der Bahnstrecke Weimar-Buchenwald zu sichern und im Steinbruch
weitere Zeugnisse des faschistischen Terrors sichtbar zu machen. Außerdem sollen im
sogenannten "Pferdestall", in dem 8000 sowjetische Kriegsgefangene mittels einer
Genickschußanlage ermordet wurden, die 1996 begonnenen Arbeiten an der Außenmauer
fortgeführt werden. Erstmals werden Fundamente des damaligen Rüstungsbetriebes
"Gustloff-Werke" lokalisiert und von Wildwuchs beräumt.
Diese Arbeitsprojekte sind vom Vorbereitungskreis des Antifa-Workcamps nicht zufällig
ausgewählt. Bei dem Projekt "Gustloff-Werke" werden sich die TeilnehmerInnen sowohl
mit der faschistischen Politik der "Vernichtung durch Arbeit" als auch mit dem Widerstand
der Häftlinge und den Sabotageaktionen gegen die Aufrüstung beschäftigen.
Das Antifa-Workcamp ist im Jahr 2000 wieder mit verschiedenen Veranstaltungen und
Ausstellungen im öffentlichen Raum Weimars präsent.
So kann im Jugendzentrum mon ami (Goetheplatz 11) am 26. Juli 20.00 Uhr der Lesung
"Nun lebt wohl und werdet Kämpfer" mit Hanne Hiob verfolgt werden.
Natürlich finden auf dem eigentlichen Campgelände täglich mehrere Referate
und Diskussionsrunden statt, der detaillierte Veranstaltungsplan kann erfragt werden.
Ausstellungen zu Jugend-Konzentrationslagern u. politischem Widerstand (Alte Feuerwache
Kromsdorf), der Geschichte des Antifa-Workcamps (Leseladen Weimar; Graben 41) und einer
Jugendbildungsfahrt ins faschistische Vernichtungslager Auschwitz (mon ami; Goethe platz 11)
runden das Rahmenprogramm ab.
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist die Archivrecherche. Eine eigens dafür
gebildete Arbeitsgruppe arbeitet in diesem Kontext zu den Thememkomplexen
"KZ-Bordell" und "Zwangsarbeit und Häftlingsausbeutung in den
Gustloff-Werken".
Selbst die Kreativen wurden nicht vergessen, mittels Foto- und Siebdruckprojekt
können sie sich gestalterisch austoben.
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