Chaos in Aachen? Polizei richtet "Internierungslager" ein! |
| Super!!!
Wir freuen uns doch sehr, dass die Presse uns endlich
bemerkt hat und sogar die Polizei nimmt uns ernst (schöne
Grüsse an Herrn Pabich vom Aachener Staatschutz). In
einem Artikel der Aachener Nachrichten vom 6.12.01 ist
vom drohenden Chaos in Aachen die Rede. Hunderte "Symphatisanten"
wollen Workshops und Demonstrationen organisieren. Schön
wär das schon, wenn sich nicht nur eine Hand voll Leute
abrödeln müßten. Ein Diskussionsforum als "Krawall"?
"Auffanglager" für "Ausschreitende"?
Was die wohl meinen? Ob die unsere Mitteilungen gelesen
haben. Jedenfalls lesen sie indymedia. Da steht wohl in
einem Kommentar was von Grenzblockade, aber weder OPENUP,
noch behubelni haben je zu Grenzblockaden aufgerufen. Rosa Engel, die Pressesprecherin der Gruppe behubelni: "Ich erinnere mich noch gut, dass die Aachener Staatsschutzpolizei unsere Genuaaustellung genau studiert hat. Vor allem die Ermordung von Carlo Guiliani hat sie interessiert. Das muss wohl ihre Phantasie ein bißchen überlastet haben". Wir haben noch mal nachgedacht. Zumindest, was die Gruppe behubelni betrifft. Wir werden uns doch nicht diesen blöden Schikanen aussetzen. In diesem Moment ist unsere Technikabteilung damit beschäftigt, Engelchenkostüme zu basteln. Wir werden einfach über die Grenze fliegen. Die können uns doch mal! Und auf ihre "Lager" sollen sie besser einen Deckel bauen. Und was die Demonstration betrifft. Weiß jemand von euch ob man für fliegende Demos eine Genehmigung braucht? Kommt alle zum Engelchen-Block!! Mal im Ernst: die nennen Aachen in einem Atemzug mit Genua und Göteborg! Wir halten das hier für ein jämmerliches Provinznest, in dem ruhig mal ein frischer Wind wehen dürfte. Aber Genua? Will die Polizei uns hier auch mit Mussolini-Bildchen beglücken? Wollen die uns erschießen? Nein, die wollen uns nur ein bißchen Angst machen und die Presse hofft, dass hier endlich mal Blut spritzt. Aber das ist nicht unser Bier! Wir wollen die Auswirkungen der kapitalistischen Globalisierung diskutieren und der mehr oder weniger geneigten Öffentlichkeit nahe bringen. Aber das machen wir nicht mit Krieg. Krieg ist eine Kampfform der "kapitalistischen Globalisierer", unser Widerstand ist bunt und laut und vielfältig und will etwas vermitteln. Wir wollen die Menschen nicht verschrecken, wir wollen ihre Herzen gewinnen. Und wenn die Bullen uns dafür einsperren, dann haben sie schon verloren. Rosa Engel: "Das ist schon fast normal, als wir der Presse unseren Aufruf zu den Diskussionsveranstaltungen geschickt haben, hat sie das nicht interessiert, aber der Aufruf zur gemeinsamen Fahrt nach Brüssel verspricht da schon mehr action. Die wollen Blut sehen, aber daraus wird wohl nichts. Wir wollen nur nicht einzeln und schutzlos zusammengeknüppelt werden, wie das in Genua passiert ist." "Die Polizei in intensiven Vorbereitungen"? Putzen die ihre Knarren? Holen die nach 30 Jahren mal wieder Wasserwerfer nach Aachen? Ja, da gäb eine schöne Kulisse für unseren Engelchen-Block! Das ist doch klasse, dann kriegen wir endlich auch so ´nen tollen Ruf, wie die in Berlin! Nun denn, wir lassen uns nicht beirren, das Programm für die Tage steht und die Vorbereitung läuft ziemlich gut. Der ein oder ander Bulle, der hinter und her lungert sollte lieber zu Hause bleiben, wir machen eh alles öffentlich (oder sollten wir uns das nochmal überlegen?). An euch: Falls die uns hier wirklich einmachen wollen, erfahrt ihr es bei Indymedia und wir hoffen auf eure Solidarität. Gruppe flenlani (fliegende engel laufen nicht) --------------------------------------------------------- Dokumentation des Artikels aus der Aachener Zeitung Proteste gegen den EU-Gipfel: Aachen droht das Chaos Aachen. Mitten in der Vorweihnachtszeit droht in Aachen das Chaos. Grund ist der EU-Gipfel kommende Woche in Laeken bei Brüssel. Bundesweit machen - vor allem über das Internet - die «Globalisierungsgegner» mobil. Zentraler Treffpunkt für einen anschließenden «kollektiven Grenzübertritt» soll Aachen sein. Treffen wollen sich die Gruppen - die Rede ist von hunderten Sympathisanten - schon Tage vorher im Grenzland, wollen Workshops und Demonstrationen organisieren. «Aktionstage» wird dies genannt. Die Polizei ist nach den schlimmen Krawallen von Genua und Göteborg sensibilisiert: «Wir sind in intensiven Vorbereitungen», bestätigt Pressesprecher Paul Kemen. Weitere Auskünfte zu möglichen Maßnahmen wollte er nicht geben. Nur soviel: «Wir nehmen die Sache sehr ernst.» Dramatisch könnte es an der Grenze zu Belgien werden. Am 14. Dezember um 8 Uhr soll der «kollektive Grenzübertritt» erfolgen, so ein Flugblatt der in Aachen zuständigen Gruppe «behubelni», Abkürzung für «Beißende Hunde bellen nicht». Diese Gruppe hat sich nach den Demonstrationen in Genua gegründet. Allerdings sollen die Grenzen zu Belgien nach AZ-Informationen wegen befürchteter Ausschreitungen beim EU-Gipfel wie bei den Hooligan-Kontrollen zur Fußball-EM dicht gemacht werden. Dass darüber bereits entschieden ist, konnte Ludger Intorp, Chef der Bundesgrenzschutzinspektion Aachen, nicht bestätigen. «Aber wir denken darüber nach, Personen bei einer Gefährdungsprognose die Ausreise zu untersagen.» Man stehe in enger Abstimmung mit der Polizei und den belgischen Grenzschützern. Möglich sei auch, dass die Belgier die Grenzkontrollen wieder aufleben lassen und Einreiseverbote verhängen. Für diesen Fall wollen die Globalisierungsgegner keineswegs zurückstecken. Laut Netzwerken im Internet sind Anwälte eingeschaltet, um kurzfristig den Grenzübertritt doch zu ermöglichen. Radikale Gruppen sprechen jedoch auch von «Blockaden» und anderen Aktionen. Wörtlich heißt es: «Freitag wollen mehrere hundert Leute mit dem Bus- und Autokonvoi die Grenze überqueren. Sollte der Grenzübertritt aufgrund von Repressionen nicht klappen, werden wir auf jeden Fall nicht nach Hause fahren, denn die EU ist mehr als Brüssel.» Man wolle «politischen und praktischen Druck» erzeugen. Zitat: «Nur wenn wir alle über die Grenze kommen, werden wir nach Brüssel fahren. Ansonsten gibt es Aktionen an der Grenze.» Falls es zu Ausschreitungen kommt, ist mit Festnahmen zu rechnen. Vorsorglich wollen die Behörden für diesen Fall nach AZ-Informationen ein «Auffanglager» einrichten. Am 13. Dezember soll es eine Demonstration in der Aachener Innenstadt geben. «Die ist angemeldet», sagt Kemen. Bei der Polizei sei angegeben worden, dass sich die Demonstranten von 14 bis 17 Uhr am Kugelbrunnen «stationär» aufhalten wollten. Danach sei ein Zug durch die City geplant. Oliver Schmetz und Stephan Mohne, 05.12.2001 23:37 |