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18.
Juni 2000: Antifaschistische Demonstration "Kein Burschentreffen ohne
uns!" in Eisenach
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Gegen
den Burschentag der "Deutschen Burschenschaft"
Vom 15. bis 18. Juni 2000 findet in Eisenach wieder der "Burschentag" der "Deutschen Burschenschaft" statt. Auch in diesem Jahr werden sie nicht allein sein, denn wir lassen nicht zu, daß sich Hunderte Deutschnationale und Rechtskonservative ungestört treffen können - weder in Eisenach noch anderswo. Eisenach ist nicht ganz zufällig gewählt. Denn hier steht das "Burschenschaftsdenkmal", nebenan gleich das Hotel "Berghof" - Eigentum der "Deutschen Burschenschaft" - und die Wartburg. Auf der Wartburg (Symbol der "Deutschen Einheit") fand 1817 das 1. Wartburgfest statt, das von den Burschenschaften als legandäres Gründungsfest angesehen wird. Schon damals wurden Schriften von jüdischen Autoren bei der Bücherverbrennung vernichtet. Mit einigen Ausnahmen findet das Treffen seitdem jährlich hier statt. Die Burschenschaften können sich des Rückhalts seitens des Bürgermeisters und des Großteils der Bevölkerung sicher sein, die es damit begründen, daß dadurch Geld in die Stadtkasse fließt. Es ist natürlich richtig, daß vor allem Gaststätten und Hotels davon profitieren, denn wo Burschen sind, wird auch viel getrunken. Allerdings sagt dies überhaupt nichts über die Ideologie der "Deutschen Burschenschaft" aus. Sie pflegen ein rechtes Weltbild, das auf der angeblichen Ungleichheit zwischen den Menschen aufbaut. Menschen ohne deutschen Paß oder Kriegsdienstverweigerer werden von den Burschenschaften abgelehnt, ebenso wie sie Frauen nur als schmückendes Beiwerk auf ausgewählten Veranstaltungen betrachten oder auf die treue Ehefrau und Mutter reduzieren. Das Verbandsleben ist streng hierarchisch geordnet. Treue und Gehorsamkeit bis zur Selbstaufgabe sind an der Tagesordnung, wenn zum Beispiel auf Befehl Bier getrunken werden muß, ohne auf die Toilette gehen zu dürfen oder Standfestigkeit bei der Mensur (Fechten) geübt wird, bis der Schmiss (Wunde) als Zeichen der Ehre das fast ungeschützte Gesicht "ziert". Auch die Aussage des ehemaligen Oberbürgermeisters Brodhun, der Großteil der Eisenacher hätte nichts gegen das Treffen, ist nicht richtig. Durch kontinuierliche Aufklärungsarbeit in den letzten Jahren, zum Beispiel durch Informationsveranstaltungen, konnten einigen EisenacherInnen die wahren Inhalte der DB nahegebracht werden, wobei viele dem Ganzen noch sehr uninteressiert gegenüberstehen. Die einzigste Solidarisierung mit den Burschenschaftern kam von einigen Neonazis von NPD und "Kameradschaft Eisenach", die mit einem Transparent ("Burschenschaften in Eisenach - Tradition bewahren - Nationaler Widerstand Eisenach") ihre Unterstützung zeigten. Allein das dürfte ausreichen, um zu zeigen, auf welcher Seite die "Deutsche Burschenschaft" einzuordnen ist. Diese offene Solidaritätsbekundung ist kein Zufall. Immer öfter findet man in ihren Reihen Mitglieder der rechtsextremen NPD, DVU, REP und der österreichischen FPÖ, zum Beispiel Rolf Schlierer (Vorsitzender der REP) und Jörg Haider (ehemaliger Vorsitzender der FPÖ). Für Thüringens Innenminister Köckert schein es kein Widerspruch zu sein, auf der einen Seite zu sagen, man wolle härter gegen Rechtsextremismus vorgehen und auf der anderen Seite die Burschenschaften in Eisenach herzlich willkommen zu heißen, obwohl es da viele Beispiele für personelle Überschneidungen gibt. Allerdings ist der Anteil von Burschenschaftern unter den Studierenden sehr gering. Man könnte also sagen, die Beschäftigung damit wäre unwichtig. Doch dies ist aus mehreren Gesichtspunkten falsch: 1. Zwar gelten ihre Mitglieder heute oft als säbelschwingende, biertrinkende Ewiggestrige, die mit ihrem Festhalten an Traditionen und Ritualen Unverständnis hervorrufen und allenfalls zu einem müden Lächeln reizen. Auch ist diese Reaktion in den Medien vorrangig, wenn sie über Burschenschaften berichten. Das etwas merkwürdige Auftreten in Wichs und Coleur, das vielzitierte Mensurenschlagen, ausgefeilte Trinkrituale sind aber nicht nur verbindendes Element. Sie wollen einen ganz bestimmten Studententyp darstellen, der die "Elite" verkörpern soll. 2. Burschenschafter bestzen in der BRD oft wichtige Schlüsselpositionen in Politik und Wirtschaft. Diese geben sie dann an ihre Bundesbrüder weiter (Treueprinzip). Somit ist genau bestimmt, welche Stelle durch Burschis besetzt ist. Dies macht es anderen Leuten unmöglich, in besagte Positionen zu gelangen. Sogenannte "Seilschaften" machen unter anderem den "elitären Charakter" der Burschis aus. 3. Burschenschaften sind maßgeblich für die Rechtsentwicklung an den Universitäten verantwortlich. Die "Deutsche Burschenschaft"steht mittlerweile für 185 Jahr Nationalismus, Rassismus, Sexismus und selbsternannte Elite. Das ist unserer Meinung nach zu lange. Es ist zeit, dem Ganzen ein Ende zu setzen. |
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Kein
Burschentreffen ohne uns!
Kapitalismus abschaffen! Organisiert den antifaschistischen Widerstand! |
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Veranstaltung
"Burschen Rechts schwenk Marsch!" am 15. Juni 2000
18:30 Uhr Galloway´s Taverne (Bahnhofstraße 21) Eisenach |
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"Anti-Burschi-Party"
am 17. Juni 2000
20:00 Uhr Galloway´s Taverne (Bahnhofstraße 21) Eisenach |
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Antifaschistische
Demonstration
12:00 Uhr Hauptbahnhof Eisenach |
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InfoTelefon:
0170 / 6 508 125
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